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Wir möchten, dass auch Sie steuerlich stets auf dem aktuellen Stand sind.

Deshalb erscheint jeden Monat unser aktueller Newsletter „Das Wichtigste aus dem Steuerrecht“ mit Neuerungen und Tendenzen aus dem Steuerrecht und angrenzenden Gebieten. 
 
Des Weiteren veröffentlichen wir je nach Wichtigkeit weitere „aktuelle Informationen“, die nicht nur das Steuerrecht betreffen.

 

 

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Überblick der Änderungen zum Jahreswechsel

Das neue Jahr bringt höhere FreibetrĂ€ge und GWG-Grenzwerte, niedrigere BeitragssĂ€tze, die Betriebsrenten- und die Investmentsteuerreform sowie viele weitere Änderungen mit sich.

Wegen der Bundestagswahl im vergangenen Herbst haben Bundestag und Bundesrat seit dem Sommer kein SteuerĂ€nderungsgesetz mehr beraten. Damit ist der aktuelle Jahreswechsel eine absolute Ausnahme, denn oft beschließen die Parlamente die letzten Änderungen im Steuerrecht noch wenige Tage vor Weihnachten. Umso bemerkenswerter ist, dass der Jahreswechsel trotzdem eine große Zahl an Änderungen im Steuer- und Sozialrecht mit sich gebracht hat, weil fast alle Änderungsgesetze aus den letzten zwei Jahren zumindest teilweise erst am 1. Januar 2018 in Kraft getreten sind.

Alle Änderungen, auf die Sie sich im neuen Jahr einstellen mĂŒssen, haben wir hier fĂŒr Sie zusammengefasst. Zu mehreren Änderungen haben wir zusĂ€tzlich ausfĂŒhrliche SchwerpunktbeitrĂ€ge fĂŒr Sie, insbesondere die Reform der Investmentbesteuerung und die Betriebsrentenreform.

  • FreibetrĂ€ge: Wie im Vorjahr wird das steuerfreie Existenzminimum auch 2018 an die allgemeine Preisentwicklung angepasst. Das bedeutet, dass der Grundfreibetrag von 8.820 Euro um 180 Euro auf nun 9.000 Euro angehoben wird. Diese Anhebung gilt auch fĂŒr den Höchstbetrag des als außergewöhnliche Belastung abziehbaren Unterhalts. Der Kinderfreibetrag steigt um 72 Euro auf 4.788 Euro.

  • Kindergeld: Das Kindergeld steigt 2018 um 2 Euro pro Kind und Monat. Außerdem gilt ab 2018 eine kĂŒrzere Frist fĂŒr rĂŒckwirkende KindergeldantrĂ€ge. Eltern können jetzt lediglich sechs Monate rĂŒckwirkend Kindergeld erhalten. Die Neuregelung soll MissbrauchsfĂ€lle verhindern.

  • Rentenversicherung: Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt zum 1. Januar 2018 von 18,7 % auf 18,6 %. Die hohe NachhaltigkeitsrĂŒcklage in der Rentenversicherung macht dies möglich. In der knappschaftlichen Rentenversicherung geht der Beitragssatz von 24,8 % auf 24,7 % zurĂŒck. Da der Beitragssatz sinkt, fĂ€llt auch der Mindestbeitrag zur freiwilligen Versicherung auf 83,70 Euro monatlich.

  • Freiwillige Krankenversicherung: Die BeitrĂ€ge zur gesetzlichen Krankenversicherung richten sich fĂŒr SelbstĂ€ndige ab 2018 stĂ€rker nach den tatsĂ€chlichen EinkĂŒnften. Dazu wird ein vorlĂ€ufiger Beitrag fĂŒr freiwillig Versicherte auf Basis des letzten Steuerbescheids erhoben. Der endgĂŒltige Beitrag bemisst sich rĂŒckwirkend, wenn der Steuerbescheid fĂŒr das jeweilige Kalenderjahr vorliegt. Das macht auch Beitragserstattungen möglich.

  • Insolvenzgeldumlage: Wenn der Arbeitgeber insolvent wird, erhalten Arbeitnehmer von der Arbeitsagentur einen Lohnausgleich. Der Umlagesatz fĂŒr das Insolvenzgeld sinkt im Jahr 2018 von bisher 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent.

  • KĂŒnstlersozialabgabe: Der Abgabesatz zur KĂŒnstlersozialversicherung sinkt 2018 deutlich von 4,8 % auf 4,2 %. Die KĂŒnstlersozialabgabe mĂŒssen Unternehmen zahlen, die kĂŒnstlerische und publizistische Leistungen verwerten.

  • Geringwertige WirtschaftsgĂŒter: Die Wertgrenze fĂŒr die Sofortabschreibung geringwertiger WirtschaftsgĂŒter wird 2018 fast verdoppelt - von bisher 410 Euro auf 800 Euro. Auch die Wertgrenze fĂŒr die Bildung eines Sammelpostens wird angehoben. Wer von der Sammelpostenregelung Gebrauch macht, kann nun WirtschaftsgĂŒter bis zu einem Wert von 250 Euro statt wie bisher 150 Euro sofort voll abschreiben.

  • Kassen-Nachschau: Ab 2018 darf das Finanzamt bei Unternehmen zu einer unangekĂŒndigten PrĂŒfung der KassenfĂŒhrung im Rahmen der neu eingefĂŒhrten Kassen-Nachschau erscheinen. Wenn der PrĂŒfer im Rahmen der Nachschau den Eindruck gewinnt, dass es einen Anlass fĂŒr eine genauere PrĂŒfung gibt, kann er ohne vorherige PrĂŒfungsanordnung zu einer steuerlichen AußenprĂŒfung ĂŒbergehen.

  • Betriebsrenten: Mit einer Vielzahl von Detailverbesserungen und einem neuen Fördermodell wird die betriebliche Altersversorgung ab 2018 deutlich ausgebaut und in der Handhabung vereinfacht. Die Maßnahmen richten sich insbesondere an kleinere Unternehmen sowie BeschĂ€ftigte mit geringem Einkommen und umfassen Änderungen im Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht.

  • Mindestlohn: Ab dem 1. Januar 2018 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro brutto je Zeitstunde ohne jede EinschrĂ€nkung. Branchenregelungen, die vorĂŒbergehend Entgelte unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns ermöglichten, sind zum 31. Dezember 2017 ausgelaufen.

  • Pflegemindestlohn: Der flĂ€chendeckende Pflegemindestlohn steigt 2018 auf 10,55 Euro pro Stunde im Westen und 10,05 Euro im Osten. Anfang 2019 und 2020 wird er nochmals erhöht.

  • Gleitzonenfaktor: Wer regelmĂ€ĂŸig zwischen 450 und 850 Euro verdient, liegt in der Gleitzone. FĂŒr diese Midijobs gilt 2018 ein Gleitzonenfaktor von 0,7547.

  • Steuerklasse fĂŒr Ehegatten: Die Steuerklassen-Kombination "III/-" fĂŒr Ehepaare, bei denen ein Ehegatte keinen Arbeitslohn bezieht, hat sich fĂŒr die Finanzverwaltung als programmtechnisch nicht umsetzbar erwiesen. Frisch verheiratete Eheleute erhalten daher nun immer die Steuerklassen-Kombination "IV/IV". Die Kombination "III/V" gibt es dagegen nur noch auf gemeinsamen Antrag beider Ehegatten. Dagegen ist der Wechsel von der Kombination "III/V" zu "IV/IV" ab 2018 auch auf Antrag nur eines Ehegatten möglich.

  • Permanenter Jahresausgleich: Durch den permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich kann ein kurzfristig hoher Lohn auf einen lĂ€ngeren Zeitraum umgelegt werden, was zu einem geringeren Lohnsteuerabzug fĂŒhrt. Bislang war dies nur aufgrund einer jĂ€hrlich verlĂ€ngerten Verwaltungsregelung möglich. Ab 2018 ist der permanente Lohnsteuer-Jahresausgleich im Gesetz verankert. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer unbeschrĂ€nkt steuerpflichtig, beim Arbeitgeber nur gelegentlich beschĂ€ftigt ist, keinen Freibetrag fĂŒr die Steuerklasse VI hat eintragen lassen und die BeschĂ€ftigung maximal 24 zusammenhĂ€ngende Arbeitstage dauert. FĂŒr die Anwendung des permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleichs ist außerdem die schriftliche Zustimmung des Arbeitnehmers und ein Antrag beim BetriebsstĂ€ttenfinanzamt erforderlich.

  • Digitale LohnSchnittstelle: Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens hat der Gesetzgeber die EinfĂŒhrung einer Schnittstelle zum elektronischen Lohnkonto (Digitale LohnSchnittstelle - DLS) festgeschrieben. Die DLS ist fĂŒr die ab dem 1. Januar 2018 aufzuzeichnende Daten anzuwenden. Das gilt unabhĂ€ngig von dem vom Arbeitgeber eingesetzten Lohnabrechnungsprogramm. In begrĂŒndeten HĂ€rtefĂ€llen können die Daten auch in einer anderen auswertbaren Form bereitgestellt werden.

  • Saisonarbeiter: FĂŒr Personen, die nach dem Ende ihrer versicherungspflichtigen BeschĂ€ftigung in ihr Heimatland zurĂŒckkehren, dĂŒrfen die Krankenkassen kĂŒnftig eine obligatorische Anschlussversicherung erst dann durchfĂŒhren, wenn der Saisonarbeiter innerhalb von drei Monaten nach dem Ende der BeschĂ€ftigung in die freiwillige Krankenversicherung wechselt und einen Wohnsitz innerhalb Deutschlands nachweist Gleichzeitig wird eine Kennzeichnung "Saisonarbeitnehmer" eingefĂŒhrt, die von den Arbeitgebern an die Krankenkassen zu melden ist.

  • Auskunftsanspruch: Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch etwas weniger als MĂ€nner. Ab 2018 haben Arbeitnehmer in Betrieben und Dienststellen mit mehr als 200 BeschĂ€ftigten das Recht zu erfahren, ob sie gerecht bezahlt werden.

  • Investmentbesteuerung: Mit dem Jahreswechsel ist die Reform der Investmentbesteuerung in Kraft getreten. Sie vereinfacht radikal die Besteuerung von Investmentfonds fĂŒr die Anleger und soll bei den Fonds europarechtliche Risiken und Steuergestaltungsmöglichkeiten eliminieren. WĂ€hrend Anleger bisher bis zu 33 verschiedene Besteuerungsgrundlagen berĂŒcksichtigen mussten, reichen nun 4 Kennzahlen fĂŒr die SteuererklĂ€rung aus, nĂ€mlich die Höhe der AusschĂŒttung, der Wert des Fondsanteils am Jahresanfang und am Jahresende sowie die Art des Fonds (Aktienfonds, Mischfonds, Immobilienfonds oder sonstiger Fonds).

  • LegitimationsprĂŒfung: Bei der LegitimationsprĂŒfung fĂŒr neue Konten mĂŒssen die Banken ab 2018 auch das steuerliche Identifikationsmerkmal (Steueridentnummer) des Kontoinhabers und jedes anderen wirtschaftlich Berechtigten oder VerfĂŒgungsberechtigten aufzeichnen. FĂŒr Bestandskonten mĂŒssen die Daten bis Ende 2019 ergĂ€nzt werden. Verweigert der Kunde die Angabe der Steueridentnummer, darf die Bank die Daten elektronisch bei der Finanzverwaltung abfragen und muss melden, wenn die Abfrage ergebnislos bleibt.

  • Anzeigepflicht I: Steuerzahler mĂŒssen jetzt GeschĂ€ftsbeziehungen zu Drittstaat-Gesellschaften anzeigen, und zwar unabhĂ€ngig davon, ob sie am Unternehmen formal beteiligt sind. Eine Drittstaat-Gesellschaft liegt vor, wenn die Gesellschaft ihren Sitz oder ihre GeschĂ€ftsleitung in Staaten oder Territorien außerhalb der EU oder der EuropĂ€ischen Freihandelsassoziation hat. Unerheblich ist, ob und ggf. in welchem Umfang diese Gesellschaften nennenswerte wirtschaftliche AktivitĂ€ten entfalten. Im Falle einer vorsĂ€tzlichen oder leichtfertigen Verletzung dieser Anzeigepflicht droht ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. Außerdem hemmt die Pflichtverletzung den Anlauf der steuerlichen Festsetzungsfrist und damit die VerjĂ€hrung. Die Anzeigepflicht gilt fĂŒr erstmals nach dem 31. Dezember 2017 verwirklichte GeschĂ€ftsbeziehungen. Bereits bestehende GeschĂ€ftsbeziehungen werden anzeigepflichtig, wenn sie ĂŒber 2017 hinaus weiterbestehen.

  • Anzeigepflicht II: Die bestehende Anzeigepflicht fĂŒr den Erwerb von Beteiligungen an auslĂ€ndischen Gesellschaften wurde vereinheitlicht und gilt nun fĂŒr mittelbare als auch unmittelbare Beteiligungen gleichermaßen ab einer Beteiligungsquote von 10 %. DafĂŒr ist die Meldung beim Finanzamt nicht mehr zwingend innerhalb der ersten 5 Monate des Folgejahres, sondern erst mit der Abgabe der SteuererklĂ€rung vorgeschrieben. Diese Anzeigepflicht gilt auch fĂŒr Gesellschaften in der EU.

  • Mitteilungspflicht der Bank: Banken mĂŒssen den Finanzbehörden kĂŒnftig von ihnen hergestellte oder vermittelte GeschĂ€ftsbeziehungen zu Drittstaat-Gesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen mitteilen.

  • Lizenzschranke: Zahlungen fĂŒr Lizenzaufwendungen und andere Aufwendungen fĂŒr RechteĂŒberlassungen sind ab 2018 nur noch eingeschrĂ€nkt abziehbar, wenn die Zahlung beim EmpfĂ€nger nicht oder mit einem Steuersatz von weniger als 25 % versteuert wird und der EmpfĂ€nger ein steuerrechtliches NĂ€heverhĂ€ltnis zum zahlenden Unternehmen hat. Damit sollen Steuergestaltungen multinationaler Konzerne verhindert werden, die bisher durch Lizenzzahlungen an verbundene Unternehmen mit Sitz in einem Niedrigsteuerland die Besteuerung der Gewinne im Inland weitgehend vermeiden.

  • Abgabefristen: Die Fristen fĂŒr die SteuererklĂ€rungen der Jahre ab 2018 werden um zwei Monate verlĂ€ngert. Ohne Steuerberater sind die ErklĂ€rungen damit zum 31. Juli des Folgejahres fĂ€llig. FĂŒr die vom Steuerberater erstellten SteuererklĂ€rungen bleibt dann sogar bis Ende Februar des ĂŒbernĂ€chsten Jahres Zeit, sofern das Finanzamt die ErklĂ€rung nicht extra vorab anfordert. Die SteuererklĂ€rung fĂŒr 2017 muss noch nach der alten Frist bis zum 31. Mai 2018 beim Finanzamt eingereicht werden.

  • VerspĂ€tungszuschlag: Verbunden mit den verlĂ€ngerten Abgabefristen sind neue Regeln fĂŒr den VerspĂ€tungszuschlag fĂŒr die SteuererklĂ€rungen der Jahre ab 2018. KĂŒnftig muss das Finanzamt zwingend einen VerspĂ€tungszuschlag festsetzen, wenn keine FristverlĂ€ngerung beantragt wurde und die SteuererklĂ€rung nicht 14 Monate nach Ablauf des Veranlagungszeitraums oder Besteuerungszeitpunkts beim Finanzamt ist. FĂŒr jeden angefangenen Monat der VerspĂ€tung sind dann 0,25 % der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro fĂ€llig.

  • Papierbelege: Ab 2018 mĂŒssen Steuerzahler ihre Papierbelege fĂŒr die private SteuererklĂ€rung, wie Rechnungen und Spendenquittungen, nicht mehr einreichen. Weil das Finanzamt sie aber im Einzelfall anfordern kann, sollten Sie die Unterlagen aufbewahren, bis der Steuerbescheid unanfechtbar ist.

  • Grundsicherung: Ab 2018 wird Einkommen aus Riester- oder Betriebsrenten nicht mehr voll auf die Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung angerechnet. Gleiches gilt fĂŒr die Hilfen zum Lebensunterhalt. Der monatliche Freibetrag liegt dann bei 100 Euro. Ist die private Rente höher, bleiben weitere 30 Prozent bis zum Höchstbetrag von 208 Euro anrechnungsfrei.